Blick über den Tellerrand – SPD
Eigentlich wollten flipp und ich heute nur unsere Wahlplakate kontrollieren, eigentlich!
Nachdem wir Buer abgearbeitet hatten, fuhren wir in die City von Gelsenkirchen. Nachdem wir die ersten Plakate auf der Bahnhofstrasse kontrolliert hatten, viel uns auf einmal aus der Ferne ein grosser roter Sonnenschirm auf. Wir dachten sofort, dieser Schirm würde zu einem SPD-Stand gehören. Also machten wir uns auf in Richtung Sonnenschirm.
Dort angekommen dann die pure Enttäuschung. Auf dem Schirm stand nicht SPD sondern…Achtung…Coca-Cola. Aber einige wenige Meter entfernt von dem Sonnenschirm war dann doch ein SPD-Stand. Also sorry, die SPD hat natürlich keinen Sonnenschirm, die haben eine Holzhütte. Und wen haben wir dort erblickt? Richtig, Joachim Poß, Mitglied des Bundestages und SPD-Kandidat aus Gelsenkirchen. Wir natürlich direkt den Stand gekapert. Uns interessiert ja auch, was die politische Konkurrenz macht.
Herr Poß empfing uns auch sehr freundlich und begrüsste uns mit Handschlag. Auf meine Frage, warum man die SPD wählen sollte, antwortete er auch prompt mit dem SPD-Wahlprogramm, zum Glück aber nur die Kurzversion. Er kam dann auch ganz schnell zum TV-Duell zwischen Merkel und Steinmeier. Hatte ich danach gefragt? Ich glaube nicht, wie dem auch sei. Ich teilte Herrn Poß mit, dass ich mir auch das sogenannte Duell angesehen habe. Auf meine Aussage, dieses “Duell” sei Not gegen Elend gewesen und wichtige Themen wie Bildung wurden nicht erwähnt, gab er zur Antwort, die vier Moderatoren hätten daran Schuld gehabt, weil sie ja sowohl Merkel als auch Steinmeier mit Fragen bombadiert hätten. War das nicht Sinn und Zweck dieses TV-Duells?
Dann kam natürlich die Frage nach dem Zugangserschwernissgesetz. An dieser Frage ist schon mancher OB-Kandidat gescheitert. Herr Poß scheiterte ebenfalls. Seine Antwort war, er hätte ja für das Gesetz gestimmt, allerdings kommt bei der SPD Löschen vor Sperren. Ja, richtig gelesen, Löschen vor Sperren. Von Löschen statt Sperren hatten die Poß-Berater wohl noch nichts gehört. Die Antwort auf diese Frage haben die SPD-Berater mit Sicherheit ihren Kandidaten eingebläut. Herr Poß geriet plötzlich ins Schwimmen bei diesem Thema.
Abschliessend fragte ich noch nach einer favorisierten Koalition. Antwort war, die SPD wird erstmal darum bemüht sein, überhaupt so viele Stimmen zu bekommen, dass weiterhin eine Regierungsbildung ohne die SPD nicht möglich sei. Rot-rot-grün schloss auch Herr Poß auf Bundesebene aus, allerdings erteilte er dieser Koalition auf Landesebene (Anm.: Im Mai 2010 sind in NRW Landtagswahlen) keine Absage. Im Prinzip liebäugelt die SPD weiterhin mit der grossen Koalition auf Bundesebene. Allerdings muss man dafür schon weitaus mehr als 18% holen.
Und natürlich wurden die BürgerInnen mit Infomaterial tot geworfen.
Anfangs machte Herr Poß einen kompetenteren Eindruck als Herr Meckelburg von der CDU. Aber als dann Fragen kamen, die nicht unbedingt die Kernthemen des Wahlprogramms der SPD betrafen, tat sich auch Herr Poß schwer.
Das zeigt doch, wie wenig sich hier unsere Platzhirsche Poß und Meckelburg bewegen. Beide bewegen sich kaum einen Zentimeter, und wenn sie sich dann doch mal bewegen, dann auch nur im Schneckentempo.
Hrr Hrr, diese Kaperei dürfte beim “Jochen” ein deja vu auslösen :D