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Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Piratenpartei Gelsenkirchen zur Tragödie auf der Loveparade 2010

Die Piratenpartei Gelsenkirchen ist entsetzt und schockiert über die tragischen Ereignisse der Loveparade 2010 in Duisburg. Unser Mitgefühl und unser Beileid gilt den Familien und Freunden der Opfer, die auf so tragische Weise aus dem Leben gerissen wurden.

Den Verletzten Personen wünschen wir eine baldige Genesung und die Kraft, das Erlebte zu verarbeiten.

Desweiteren hoffen wir auf eine lückenlose Aufklärung dieses tragischen Ereignisses. Die Verantwortlichen dieser Tragödie müssen zur Rechenschaft gezogen werden.

Die Absage der Loveparade 2011 in Gelsenkirchen ist die einzig richtige Entscheidung und findet unsere volle Unterstützung.

Wenn durch einen Menschen
ein wenig mehr Liebe und Güte,
ein wenig mehr Licht und Wahrheit in der Welt war,
hat sein Leben einen Sinn gehabt.

Alfred Delp

Am Sonntag ist Wahlsonntag: Wähl PIRATEN

Es gibt Dinge, die kann man, meiner Meinung nach,  nicht besser sagen:

Am Sonntag ist Landtagswahl. Am Sonntag können wir sie das Fürchten lehren. Am Sonntag können wir ihnen zeigen, dass wir nicht länger stillsitzen, während sie uns unsere Rechte beschneiden, unsere Privatsphäre einschränken und uns immer größere Belastungen auferlegen, während sie selbst wie die Made im Speck leben. Am Sonntag zeigen wir ihnen, was moderne und mündige Bürger quer durch unser Land erreichen können, vernetzt mit Technologien, die Schwarz-Rot-Grün-Gelb immer noch nicht richtig verstehen.

Für uns PIRATEN – mehr als für jede andere Partei – zählt jede einzelne Stimme. Es macht nicht viel aus, ob Schwarz-Gelb oder Rot-Grün mit 1000 oder 2000 Stimmen Vorsprung gewinnen, aber jede Stimme mehr für die PIRATEN macht einen Unterschied! Jedes noch so kleine Prozentpünktchen das wir bekommen ist ein Funken mehr Einfluß auf die Entscheidungen in den nächsten fünf Jahren.

Für die meisten von euch wird diese Wahl für Jahre die einzige Chance bleiben, für die PIRATEN zu stimmen, die einzige Möglichkeit, den anderen Parteien zu zeigen, dass sie durch Ignoranz für unsere Themen den Halt im Volk verlieren. Wirf deine Stimme nicht weg! Wähl PIRATEN.

Unsere Mitglieder haben lange und hart daran gearbeitet, den Bürgern eine echte Alternative zu bieten und wir sind von politischen Neulingen zu einer vollwertigen Partei mit einem starken Programm geworden. Jetzt ist eure Zeit gekommen: macht die PIRATEN zu einer politischen Macht, die wahrgenommen werden muss! Geht wählen, jeder Änderhaken auf dem Wahlzettel ist eure Stimme für einen Wechsel in der politischen Landschaft!

Unsere Anstrengungen enden nicht am Sonntag, sie fangen am Sonntag erst richtig an, denn das ist der Tag, an dem wir eine “etablierte” Partei werden. Mit genug Glück habt ihr in eurem Wahlkreis sogar einen Direktkandidaten der PIRATEN, könnt uns sogar doppelt so stark machen, damit wir positiven Einfluß nehmen können auf die Gestaltung unserer gemeinsamen Zukunft.

Klarmachen zum Ändern!

Michele Marsching

Unser Wahlprogramm findet man hier.

Das Muster der Wahlzettel für Gelsenkirchen-Nord (WK74) kann man hier herunterladen. Das Muster für den Gelsenkirchener Süden (WK75) findet man hier.
Daher am Sonntag: Beide Stimmen für die PIRATEN (Liste 17).
Dort, wo nur die Zweitstimme möglich ist, muss auch keine Erststimme vergeben werden. Dadurch bleibt der Wahlschein selbstverständlich gültig.

Klaus Hammer

Klaus Hammer
Kandidat der Landesliste NRW 2010
Kandidat für das Direktmandat im Wahlkreis Gelsenkirchen I (74)

Über mich:
http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:JAN
http://www.abgeordnetenwatch.de/klaus_hammer-144-38882.html
http://landtagswahl.mehr-demokratie.de/klaus-hammer-piraten.html
http://nrw.wahlpedia.de/politicians/238-Klaus-Hammer

KategorienAllgemein, Landtagswahl 2010, Medien Tags:

Gläsernes Mobil für Privatsphäre

Das gläserne MobilScheibchen um Scheibchen wird das Recht auf Privatsphäre beschnitten.

Auf dieses Problem macht die Piratenpartei mit dem gläsernen Mobil aufmerksam, einem vier Meter langen PKW-Anhänger – umgebaut zu einem Wohnzimmer, in das jeder von außen hineinschauen kann.

Begleitet wird die Aktion von dem Infostand

am:  1. Mai 2010
ab:  10:00 Uhr
vor: Askania am Preuteplatz (Bahnhofstr. / Grasreinerstr.)
in:  Gelsenkirchen

Hier können interessierte Bürger über Themen wie »Privatsphäre«, »Überwachung« und ihre Befürchtungen|Sorgen mit uns Piraten diskutieren.

Ihr habt die Möglichkeit, die Insassen des mit durchsichtigen Wänden ausgestatteten Mobils direkt zu »überwachen«, oder euch selbst der Überwachung durch andere Passanten aussetzen.

Die Piratenpartei macht hiermit auf die Gefahren der zunehmenden staatlichen Kontrolle im privaten wie öffentlichen Bereich aufmerksam.

Einladung: Piraten diskutieren mit den Bürgern

12. April 2010 Chris Keine Kommentare

Bildung, Bürgerrechte, Bürgerbeteiligung – das sind die wesentlichen Kernthemen der Piratenpartei zur Landtagswahl in NRW.

Welche Chancen bieten Internet und Digitalisierung für die Gesellschaft und die Politik? Gibt es einen Generationenkonflikt in der Wahrnehmung des Spannungsfeldes zwischen Freiheit und Sicherheit? Und welchen Einblick und Einfluss haben die Bürger zwischen den Wahlen auf das Gesetzgebungsverfahren?

Mit Blick auf die Landtagswahl in NRW diskutiert am Mittwoch, 14. April 2010 Hans Immanuel Herbers (Piratenpartei), der auf Listenplatz 2 für den NRW-Landtag kandidiert, mit interessierten Bürgern.

Als besonderer Gast wird der FDP-Bundestagsabgeordnete Marco Buschmann Einblicke in seine Arbeit in Berlin geben und zu bundespolitischen Themen Stellung beziehen.

Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr im Café Piano in der Markthalle Buer.

Die Piraten freuen sich auf zahlreiche interessierte Bürger, die die Ideen der Piratenpartei kennenlernen und kritisch hinterfragen möchten.

Edit: Die vorige Version des Textes erweckte den Eindruck, dass Hans Immanuel Herbers und Marco Buschmann miteinander diskutieren. Das war aber so nicht vorgesehen.

Wahlkampf Teil II

Wir schreiben das Jahr 2009, um genau zu sein, August 2009. Acht Piraten machten sich damals auf, um die Wahlplakate für die Bundestagswahl 2009 zu kleben.
Mittlerweile sind einige Monate vergangen, aber die nächste Wahl steht schon vor der Tür.

Und wieder machten sich an diesem 02. April 2010 neun Piraten auf, um die Plakate für die Landtagswahl in NRW zu kleben.
Das Wetter war Piraten like, leicht bedeckter Himmel und eine steife Brise. Da wir genügend Wind in den Segeln hatten, waren wir auch innerhalb von zweieinhalb Stunden mit zweihundert Plakaten fertig.

Aber das war erst der Anfang. Der nächste Kraftakt steht uns bevor, denn die Plakate müssen in den nächsten Tagen noch aufgehängt werden.

Wer sich berufen fühlt und uns unterstützen möchte, darf dies gerne tun. Eine Parteimitgliedschaft ist dafür definitiv nicht notwendig.

Als Belohnung für die Unterstützung winken am 09. Mai 2010 sensationelle 5%!

No Nazis 2010

Die Gelsenkirchener und Gladbecker Piraten unterstützen am 27.03.2010, Gelsenzentrum e.V. und das Gladbecker Bündnis für Courage bei der Demonstration “No Nazis 2010″ auf dem Josef-Büscher-Platz in GE-Horst.

Grund für diese Demo ist das Treffen von pro NRW im altehrwürdigen Schloß Horst. Die angebliche Bürgerbewegung pro NRW will wieder mal ihre Islamphobie zur Schau stellen. Im Mittelpunkt des Treffens auf Schloß Horst steht eine sogenannte Anti-Islam-Konferenz.

Durch unsere Teilnahme an der Gegenkundgebung wollen auch wir ein klares und deutliches Zeichen gegen Nazis setzen. Unsere Demokratie darf nicht braun werden, deshalb würden wir uns freuen, wenn auch Sie sich der friedlichen Gegenkundgebung anschließen würden.

Zeit für Veränderungen

Der Kreiswahlausschuss hat entschieden.

Klaus Hammer

Neben den Direktkandidaten der SPD, CDU, FDP, den Grünen und der Linken wird der Kandidat der Bewegung Pro-NRW und der Kandidat der PIRATEN zur Wahl am 9.Mai zugelassen. Pro-NRW macht schon seit langem durch unverhohlene Parolen, die aus dem Anfang des vergangenen Jahrhunderts in die Gegenwart gerettet wurden, auf sich aufmerksam.

Das wir PIRATEN es in Gelsenkirchen nicht leicht haben werden, war uns recht schnell beim Sammeln der Unterstützungsunterschriften klar.
Einige Bürger sprachen von der Zersplitterung der politischen Landschaft. Von der Weimarer Gefahr. Nun, dass eine Zersplitterung wie in der Weimarer Republik nicht gut für ein Land ist, dürfte klar sein.
Doch auch der Umkehrschluss ist falsch. Ansonsten wäre die DDR der perfekte Demokratische Staat gewesen:
- Keine Zersplitterung des politischen Spektrums.
- Im Prinzip nur eine Partei, die immer die richtige Entscheidung trifft.
Nun, die Realität sieht anders aus.

Mehr…

Aufruf: Bitte unterstützt die Piratenkandidaten!

12. März 2010 Chris Keine Kommentare

Es war in den vergangenen Wochen sehr ruhig hier im Blog. Doch der Schein trügt. Die Piratenpartei war sehr aktiv und hat ein gutes Wahlprogramm für den 9. Mai zusammengestellt. Und wir bieten nicht nur gute Ideen an sondern auch gute Köpfe. Klaus Hammer (nördlich des Kanals) und Andreas Gilles (im Süden) werden als Direktkandidaten auf dem Wahlschein stehen.

Leider fehlen beiden im Moment noch einige der geforderten 100 Unterstützerunterschriften. Wer mit den Piraten sympathisiert ist herzlich gebeten, ein Unterstützerformular auszufüllen und unterschrieben an die Kandidaten zu senden.

Vorbereitete Vordrucke können hier heruntergeladen werden: Unterstützerformular Klaus Hammer und  Unterstützerformular Andreas Gilles

Wer mit den Kandidaten ins Gespräch kommen will, trifft sie am Wochenende beim verkaufsoffenen Sonntag in Horst

KategorienAllgemein, Landtagswahl 2010 Tags:

Landesmitgliederversammlung in Gelsenkirchen

21. Januar 2010 Klaus Hammer Keine Kommentare

Am 23. und 24. 1 findet, inzwischen zum 2. mal, die Landesmitgliederversammlung der Piratenpartei NRW in Gelsenkirchen statt.
Veranstaltungsort ist, wie beim letzten mal, die Gesamtschule Berger Feld an der Adenauer Alle.
Für die nordrhein-westfälischen Piraten ist 2010 ein besonderes Jahr:
Der 2007 gegründete Landesverband der Piratenpartei Deutschland will im Mai erstmals bei einer Landtagswahl antreten. In Kürze stehen unter anderem mit der Verabschiedung des Wahlprogramms sowie der Neuwahl des Landesvorstands einige wichtige Entscheidungen an. Diese werden auf unserer Landesmitgliederversammlung getroffen.
Da Transparenz einer unserer wichtigsten Grundsätze ist, steht unsere Landesmitgliederversammlung den interessierten Bürgern offen.

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NRW im Jahr 2009

28. Dezember 2009 Andreas Gilles 3 Kommentare

Vieles ist in der Politik in NRW im Jahr 2009 passiert. Klagen gegen den Termin der Kommunalwahlen, ein rasender Verkehrsminister, streikende Studenten und einiges mehr. Hier ein kleiner Streifzug durch die politische Landschaft von Nordrhein-Westfalen im Jahr 2009.

Im Februar 2009 gab es den ersten Aufreger. Oliver Wittke (CDU), Ex-OB von Gelsenkirchen und Verkehrsminister von NRW, verhielt sich nicht wie ein Verkehrsminister, sondern eher wie ein Rennfahrer. Er wurde dabei erwischt, wie er mit 109 km/h durch eine geschlossene Ortschaft raste. Wittke war seinen Führerschein und seinen Ministerposten los. Ein Verkehrsminister, der absolut keine Vorbildfunktion hatte. Der Gelsenkirchener Bürger dürfte eh über die Ernennung Wittkes zum Verkehrsminister ein wenig überrascht gewesen sein, denn in seiner Zeit als OB von Gelsenkirchen fuhr er seinen Dienstwagen zu Schrott.
Wittkes Nachfolger wurde Lutz Lienenkämper (CDU).

Ingo Wolf (FDP), Innenminister, und die schwarz-gelbe Regierung hatten im Februar eine tollkühne Idee. Die anstehenden Kommunalwahlen in NRW sollten am gleichen Tag stattfinden wie die Europawahl. Die Opposition ist natürlich dagegen. Warum? Das ist schnell erklärt. Bei der Europawahl ist die Wahlbeteiligung sehr gering, dementsprechend befürchtete die Opposition auch Stimmeneinbußen bei der Kommunalwahl. Rot-grün klagen gegen diesen Termin und bekommen vor dem Landesverfassungsgericht in Münster Recht. Wolf muss einen neuen Termin ansetzen und entscheidet sich für den 30. August. Irgendwie passt den rot-grünen dieser Termin wieder nicht und sie klagen erneut, diesmal ohne Erfolg.

Erinnern wir uns kurz an die Jahre 2007 und 2008, da gab es Pannen beim Zentralabitur. Damals wurden Aufgaben gestellt, die keiner verstand, bei denen es von Fehlern nur so wimmelte und die selbst ein Professor für unlösbar hielt. All dies sollte beim Zentralabitur 2009 nicht passieren. Deswegen ließ Schulministerin Barbara Sommer (CDU) die ausgewählten Abi-Aufgaben von externen Experten nochmals überprüfen. Rekordverdächtige 105 Wissenschaftler überprüften die Aufgaben. Das Abitur verläuft größtenteils fehlerfrei, kostet den Steuerzahler aber satte 500.000€. Zwar schaffen es Frau Sommer und ihr Ministerium damit nicht ins Guinness-Buch der Rekorde, aber immerhin gelingt der Sprung ins Schwarzbuch der Steuerzahler.

Im Juni gehen bundesweit mehrere Zehntausende Studenten auf die Straßen und protestieren, auch in NRW. Sie besetzten Hörsäle und bestreikten Vorlesungen. Die Proteste richten sich gegen Studiengebühren, Turbo-Abi (Abitur nach 12 Jahren) und die Studiengänge Bachelor und Master. Da diese Proteste nicht die von den Studenten erhofften Änderungen brachten, gab es im November erneute “Bildungsstreiks”. Der den Protesten skeptisch gegenüberstehende Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) verständigte sich mit den Hochschulleitungen darauf, die Studiengänge zu überarbeiten.

Ebenfalls im Juli musste man in Mönchengladbach einen mutmaßlichen Sexualstraftäter aus der Untersuchungshaft entlassen. Eine längere U-Haft ist rechtlich nicht möglich, solange der Prozess oder die Berufung nicht eröffnet ist. Grund für die Verzögerung in diesem Fall sind Personalmangel und Schlamperei am Mönchengladbacher Amtsgericht. Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) zog auch ihre Konsequenzen aus dieser Panne. Allerdings tritt sie, wie von der Opposition gefordert, nicht zurück, sondern versetzt einen Mönchengladbacher Staatsanwalt.

Im Juli wird ein Gesetz der schwarz-gelben Regierung gekippt. Dieses seit 2007 bestehende Gesetz untersagte Städten und Gemeinden unter 100.000 Einwohnern den Bau von sogenannten Shopping-Malls, wie beispielsweise dem CentrO in Oberhausen. Die Stadt Ochtrup aber will so ein Projekt mit einer Verkaufsfläche von 11.500 Quadratmetern genehmigen und klagt gegen das bestehende Gesetz. Weil dieses Gesetz gegen die kommunale Selbstverwaltung verstößt, wird es vom Oberverwaltungsgericht in Münster gekippt. Die XXL-Mall darf gebaut werden und für die Landesregierung war diese Entscheidung ein Schlag ins Gesicht.

Am 30. August standen dann die Kommunalwahlen in NRW an. Und nur einen Tag später dann der Skandal. Der noch amtierende Dortmunder Oberbürgermeister Langemeyer (SPD) gibt ein Haushaltsloch von 100 Millionen Euro zu. Damit steht Dortmund quasi vor der Pleite. Das Langemeyer dies schon vor der Wahl wusste, kann man annehmen. Aber warum hat er nichts gesagt? Weil er wohl den Wahlsieg seines künftigen Nachfolgers Ullrich Sierau (SPD) nicht gefährden wollte. Dieser weiß aber angeblich nichts von dem Millionenloch, macht aber nach heftigen Protesten und einem Rechtsgutachten im Dezember den Weg frei für Neuwahlen.

Auch in der Umweltpolitik bewegte sich im September etwas, beziehungsweise es bewegte sich nichts mehr. Zumindest nicht mehr am neuen Steinkohlekraftwerk in Datteln. Zwar standen bereits die Kühltürme, aber das Oberverwaltungsgericht Münster untersagte den Weiterbau. Die Landesregierung versucht nun, mit nachträglichen Gesetzesänderungen, einen Abriss zu verhindern. Nicht nur für die Opposition schwer nachvollziehbar. Pfusch am Bau dürfte bekannt sein, Pfusch an Gesetzen eher weniger.

Im September fiel die folgende Aussage: “Rumänen sind faul und kommen zur Arbeit wann sie wollen. Da wäre Nokia doch besser in Bochum geblieben.” Wer jetzt annimmt, diese Worte wären auf einer Veranstaltung einer rechten Partei gefallen, der irrt sich gewaltig. Diese Aussage wurde von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) gleich mehrmals auf Wahlkampfveranstaltungen der Union getroffen. Öffentlich gemacht wurde das alles von der SPD. Die SPD filmte Rüttgers Auftritte mit und veröffentlichte anschließend das Material. Diese Aktion der SPD ist mit Sicherheit auch nicht die feine, englische Art sondern eher peinlich. Rüttgers entschuldigte sich für seine Worte und schwieg anschließend nur noch zu der Sache.
Aber jetzt wird es richtig albern. Unions-Generalsekretär Wüst gibt zu, dass die Union jetzt die Auftritte der SPD-Chefin Kraft ebenfalls per Videokamera aufzeichnet. Das findet die SPD komischerweise überhaupt nicht gut. Als vertrauliche E-Mails öffentlich werden, die belegen, dass bei der ganzen Filmerei der CDU ein Abteilungsleiter der Staatskanzlei dabei war, stellt sich jetzt die Frage der Rechtmäßigkeit. Zwar hatte der Beamte das Parteibuch der CDU in der Tasche, aber bei solchen Wahlkampfaktionen der eigenen Partei darf er laut Landesverfassung nicht mitmischen.

Europawahl, Kommunalwahl, Bundestagswahl. Drei Wahlen und dreimal heißt der große Verlierer SPD. Und zumindest zweimal dürfen wir Piraten uns als “Wahlsieger der Herzen” fühlen. Bei der Europawahl, unsere allererste Wahl an der wir teilnahmen, erreichten wir knapp 1%. In Schweden kamen die Piraten auf 7% und zogen ins Europaparlament ein. Bei unserer ersten Bundestagswahl erreichten wir 2% und waren auf Anhieb stärkste außerparlamentarische Partei. Selbst die Grünen blieben bei ihrer ersten Bundestagswahl unter 2%. Man sieht, die Piraten haben durchaus Potenzial.

Im Oktober haben nicht nur die Piraten ihre Landesmitgliederversammlung. Am gleichen Tag verabschieden die NRW-Linken ihr Wahlprogramm für die Landtagswahl 2010. Unter anderem fordert die Linke ein Recht auf Rausch und die Verstaatlichung von Eon und RWE. Außerdem sollen alle Gerichte und der Verfassungsschutz abgeschafft werden. Auf einem Parteitag der Linken im November wird das ganze Programm allerdings entschärft. Die Linke befürchtet, man könne mit dem Programm Probleme beim Wähler bekommen.

Harald F., bis Sommer 2006 Abteilungsleiter des Umweltministeriums, steht im Oktober unter Korruptionsverdacht. 270 Fahnder werden eingesetzt, mehrere hundert Telefonate mitgeschnitten und tausende E-Mails abgefangen. Trotzdem erhärten sich die Vorwürfe gegen Herrn F. nicht. Stattdessen richten sich unangenehme Fragen gegen Umweltminister Uhlenberg (CDU). Wollte Uhlenberg F. loswerden? Steuerte das Umweltministerium gar auf illegale Art und Weise die Untersuchungen des Landeskriminalamtes? Die Antworten auf diese Fragen soll ein Untersuchungsausschuss des Landtages ans Licht bringen. Leichter gesagt als getan. Herr F. verweigert nach wie vor die Aussage und die Mitarbeiter des Umweltministeriums leiden plötzlich an Alzheimer und können sich aber auch an nichts mehr erinnern.

Zwei Schwerverbrechern gelingt im November die Flucht aus der JVA in Aachen. Ein JVA-Mitarbeiter soll dabei geholfen haben. Und wieder rückt Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) in den Blickpunkt. Die Ministerin spricht von einer Einzeltat, die nichts mit Strukturproblemen zu tun hätte. Allerdings verschweigt die Ministerin, dass der Aachener Personalrat schon lange vor dem Ausbruch vor Personalmangel gewarnt hat. Dies war dem Ministerium auch bekannt. Und das gegen den Abteilungsbeamten schon länger ermittelt wurde, war im Ministerium ebenfalls bekannt. Die Ministerin setzte aber noch einen drauf. Sie soll persönlich dafür gesorgt haben, dass Mitarbeitern der Justiz der Zugang zum Webauftritt des WDR gesperrt wurde. Hintergrund ist, dass sich im WDR-Internetforum nach dem Ausbruch der beiden Schwerverbrecher Peter Paul Michalski und Michael Heckhoff, wohl auch Justizmitarbeiter zu den Zuständen in nordrhein-westfälschen Haftanstalten äußerten. Müller-Piepenkötter wurde vorgeworfen, auf Kosten der Sicherheit in den Gefängnissen zu sparen. Wer glaubt, die Ministerin würde den Rücktrittsforderungen nachkommen, der irrt sich gewaltig. Roswitha Müller-Piepenkötter ist nach wie vor im Amt.

Auch CDU-Mann Wüst rückt nochmal in den Fokus. Zwar filmt er jetzt nicht irgendwelche Leute von der SPD, aber er kassiert doppelt ab. Was nicht nur moralisch ebenso untragbar ist. Wüst ist Generalsekretär der NRW-CDU und Landtagsabgeordneter. Damit verdient er doppelt. Allerdings hat er nur von einem Arbeitgeber Anrecht auf Zuschüsse zur Krankenversicherung. Aber Herr Wüst kassiert doppelt, sowohl von seiner Partei als auch vom Land. Herrn Wüst fällt das auch nicht auf. Erst als ihn Journalisten darauf hinweisen, korrigiert er seinen Fehler und zahlt 6000€ ans Land zurück. Allerdings kommen immer mehr Details auf, die den Anschein erwecken, Wüst hätte mit Absicht doppelt kassiert. Aber irgendwie schafft es auch Wüst, sich bis dato noch im Amt zu halten.

Wie man sieht, hat die schwarz-gelbe Koalition in NRW etliche Probleme. Wenn Sie keinen Ministerpräsidenten wollen, der sich abwertend über Ausländer äußert, wenn Sie keine Justizministerin haben wollen, die eine Zensur einführt, dann ein kleiner Tipp für Sie: Am 09. Mai 2010 sind Landtagswahlen. Es liegt in Ihrer Hand.

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